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Atelierhaus
Atelierhaus

Kunstschaffende mittels Atelierstipendien zu unterstützen ist eine erprobte Form unmittelbarer Kulturförderung. Oft wird verheissungsvollen Ansätzen so zum Durchbruch verholfen, oder die weitere Entwicklung eines Werks erfährt neue Impulse. In den Gastateliers in New York, Paris oder London findet ein Künstler selten die Möglichkeiten vor, wie sie im Atelierhaus im Sittertal bei St.Gallen bestehen.

Im grössten der drei Ateliers, einer Halle von sieben Metern Höhe, wurden beim Umbau die Gegebenheiten industrieller Produktion belassen: Der ebenerdige Zugang ist von Lastwagen befahrbar, ein frei beweglicher Kran kann fünf Tonnen tragen und macht grosszügige künstlerische Gesten möglich. Die beiden kleineren Ateliers bieten einen intimeren Rahmen für künstlerischen Ausdruck.Die Ateliers liegen abseits von aller Hektik und Lärm und verfügen über Schlafgelegenheiten, eine Küche sowie Bad und WC. Das erlaubt Künstlern den Rückzug in konzentriertes Schaffen. Die Kunstbibliothek, das Werkstoffarchiv und die Ressourcen der hier ansässigen Betriebe bilden dafür ein ideales Klima.

Die Einrichtung des Atelierhauses hat sich in den letzten Jahren vielfach bewährt: Verschiedene Künstler haben im Gast- und im Projektatelier  während ihres Aufenthaltes ein spezifisches Projekt verfolgt, eine Ausstellung vorbereitet oder das inspirierende Umfeld von Kunstgiesserei und Sitterwerk genutzt. Zudem wurde das grösste der drei Ateliers immer wieder von der Kunstgiesserei angemietet, um darin Grossprojekte zu realisieren. So sind hier in den letzten Jahren hier verschiedene Arbeiten für Urs Fischer und für Paul McCarthy entstanden. Das dritte Atelier im Haus ist fix vermietet: Die Künstlerin Katalin Deér arbeitet hier konsequent an den Grenzen zwischen bildlicher und plastischer Darstellung gebauter Strukturen.

Aus solchen Nutzungen hat sich ein flexibles Konzept der Bewirtschaftung herauskristallisiert: Regelmässig werden Künstler dazu eingeladen, in einem der Gastateliers ein Projekt zu realisieren oder einen Arbeitsaufenthalt zu verbringen. Weiterhin kann man sich aber auch einmieten, um auf die aussergewöhnliche Infrastruktur des Sitterwerk und seines Umfelds zurückgreifen zu können.