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Atelierhaus
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Ursula Palla im Gastatelier

Anfang September hat Ursula Palla (*1961) das Gastatelier des Sitterwerks für einen mehrwöchigen Aufenthalt bezogen. Die Schweizer Künstlerin studierte Zeichnung und Malerei an der F+F Schule für Kunst und Mediendesign in Zürich und unterrichtete dort anschliessend Videokunst. Seit 1992 ist sie regelmässig an Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Während ihrer Zeit im Sitterwerk arbeitet sie an einem neuen Werkzyklus.

Ursula Palla macht Videos, die sie in Kombination mit Objekten oftmals zu räumlichen Installationen ausweitet. In diesen Videoinstallationen nutzt sie die Schnittstellen zwischen Raum, Skulptur, Material und virtueller Realität, um die Gesetzmässigkeiten der Wahrnehmung und der Zeit, aber auch die eigenen künstlerischen Mittel zu hinterfragen oder auszureizen. Dabei spielen Vergänglichkeit und Veränderungen oftmals eine zentrale Rolle, die meist durch Interaktion mit äusseren Einflüssen – beispielsweise der Bewegung des Betrachters oder dem Wechsel von Wind und Sonne – ausgelöst werden.

Inhaltliche Anknüpfungspunkte findet die in Zürich wohnhafte Bündnerin unter anderem in der Kunstgeschichte, bei Künstlern wie Alberto Giacometti oder Claude Monet. Aber auch gesellschaftliche Zusammenhänge, die Entstehungsgeschichten von Ausstellungsorten oder Anekdoten aus dem Leben dienen ihr als Inspirationsquelle – zum Beispiel die Frau, die ihr Vermögen unter der Matratze versteckte und nach Jahren feststellen musste, dass Ameisen alle Banknoten feinsäuberlich zerkleinert und in ihren Ameisenhaufen getragen hatten. Oder der letzte Stadtgärtner von Aleppo, dessen grösster Traum es auch während dem Krieg noch war, den Garten von Monet in Giverny zu besuchen. Solche Begebenheiten können bei Ursula Palla der Beginn einer grossen Faszination und intensiven Recherche sein, die sich im Laufe des künstlerischen Prozesses zu Bildern verdichten, die durch eine reduzierte Direktheit und poetische Sinnlichkeit bestechen. Untersuchungsobjekt von Ursula Pallas forschendem Geist ist dabei nicht nur der Mensch, sondern ganz besonders auch das filigrane Verhältnis zwischen Natur und Künstlichkeit sowie deren Wechselwirkung. 

Am Freitag, 5. Oktober 2018, nimmt Ursula Palla an einer Gesprächsrunde der mobile Plattform LE FOYER – IN PROCESS teil, welche dann zu Gast im Sitterwerk ist. Gleichzeitig öffnet die Künstlerin ihr temporäres Atelier und gibt Einblick in ihr aktuelles Schaffen.

Atelierhaus Sitterwerk, 5. Oktober 2018, Apéro und Offene Ateliers ab 18.15 Uhr, Gespräch um 19.00 Uhr

www.ursulapalla.ch