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Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG
Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG

Lokremise St. Gallen - Hans Josephsohn und Franz West

04. Februar 2017 bis 25. Juni 2017

Im Ausstellungsraum Lokremise des Kunstmuseums St.Gallen werden erstmals Werke von Hans Josephsohn und Franz West (1947-2012) miteinander kombiniert. Neben «Passstücken» von West aus den 1980er Jahren werden auch dessen später entstandene, organisch anmutende Skulpturen gezeigt. Die Ausstellung mit dem Titel «Body Doubles» thematisiert den Körper als skulpturales Volumen, als physische Präsenz im Raum beziehungsweise als Negativraum, welcher den Körper umgibt.

Den Auftakt im Eingangsbereich macht die im Rahmen einer Ausstellung leider nicht mehr benutzbare Möbelskulptur «Iwan» von West. Darauf liegend hätte man einen wunderbar ruhigen Blick nicht nur auf die dazugehörige Skulptur-auf-Sockel-Installation aus Eisen und Gips, sondern genauso auch auf eine grosse Liegende von Josephsohn. Dieser spannungsreiche Kontrast zwischen den beiden Positionen der Bildhauerei verweist schon auf den grossen Ausstellungsraum: Wests spielerische Kritik am klassischen Konzept der Skulptur als Darstellung menschlicher Figuren, die auf einem Sockel zu präsentieren und betrachten sind, wirkt in der Kombination mit Josephsohns Werken wie ein freundschaftlich augenzwinkernder, ironischer und dennoch respektvoller Kommentar zur klassischen, in der Tradition verankerter Auffassung der Bildhauerei von Josephsohn. Ohne einander gekannt zu haben und wahrscheinlich auch ohne voneinander gewusst zu haben bearbeiten die beiden Grössen der plastischen Kunst des 20. Jahrhundert mit ähnlichen Materialien in ganz unterschiedlicher Weise dennoch sehr ähnliche Themenbreiche von Körper und umgebenden Raum, Bezug zwischen Skulptur und menschlicher Figur.

Diese Gegenüberstellung bildet die vierte und letzte Ausstellung von Werken aus der Sammlung von Ursula Hauser im Ausstellungsraum LOK-Remise des Kunstmuseums St.Gallen. Sie wurde von der Sammlungskuratorin Laura Bechter und Konrad Bitterli, dem zukünftigen Direktor des Kunstmuseums Winterthur, konzipiert. Die beiden unterschiedlichen Umgangsweisen mit Bildhauerei werden mit Arbeiten von Pipilotti Rist und Urs Fischer ergänzt.

4. Februar bis 25. Juni 2017

weitere Informationen unter www.kunstmuseumsg.ch

 

Presseartikel

Brigitte Schmid-Gugler
9. Februar 2017
Das Spiel von Körper und Raum
St. Galler Tagblatt