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Kunstbibliothek
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Bibliozine

23. November 2014 , 14.00 bis 18.00

Am Sonntag, 23. November 2014, wird in der Kunstbibliothek das Projekt Bibliozine präsentiert und als Arbeitsinstrument eingeführt. Bibliozine beinhaltet einen mit Radiofrequenz-Antennen und Kameras ausgerüsteten Tisch, der es den Nutzern ermöglicht, Inhalte aus der Kunstbibliothek und dem Werkstoffarchiv zusammenzustellen, am Computer durch eigene Materialien zu ergänzen, in Notizheften abzubilden und diese auszudrucken. Das Projekt mit dem Arbeitstitel «Bibliozine» versteht sich in einem umfassenden Sinne als interaktive Arbeitsumgebung und ist ein weiterführender Schritt im innovativen Umgang mit dem Werkstoffarchiv, den Beständen der Kunstbibliothek und dem Prinzip der dynamischen Ordnung. Zum einen hat das Projekt zum Ziel, die digitale und haptische Welt an der Schnittstelle von Benutzer und Medium zusammenzuführen, zum anderen sollen die resultierenden Notizhefte, genannt «Bibliozines»,  zurück in den Bibliotheksbestand fliessen oder als Publikationsform für eine Schriftenreihe zu Ausstellungen, Workshops und weiteren Symposien verwendet werden.

Das Projekt knüpft an das bestehende dynamische Ordnungssystem des Sitterwerks an, das den Nutzern ermöglicht, die Ordnung der Bücher mitzugestalten. Neben zwei Lesegeräten, die einmal täglich die Regalreihen entlangwandern und mittels RFID-Technologie den Standort jedes Buches ermitteln, umfasst das Ordnungssystem auch einen ‹sensitiven Tisch›. Dieser erkennt durch Radiofrequenz nicht nur Bücher, sondern auch Materialmuster und verknüpft die Buchbestände mit der Materialsammlung. Wie ein eigenes Buch nur insofern zum eigentlichen Arbeitsmaterial wird, als dass man Lesezeichen einlegt, Notizen anfügt oder ganze Papierstapel darin verstaut, so ermöglicht das neue Tool nun, auch digital, Spuren der persönlichen Recherche und Lektüre in das Buch einzuschreiben, zu kommentieren und sich so das Material anzueignen – ähnlich wie es auch Daniel Rohner mit grosser Leidenschaft praktizierte.

Die Arbeit mit dem neuen Tool im Umfeld der Kunstbibliothek und des Werkstoffarchivs, und nicht zuletzt die Erstellung der Notizen als digitale oder ausgedruckte «Bibliozines», ist ideal für Studenten und Forschende aus diversen Bereichen der Gestaltung, der Kunst oder Materialkunde. Die erstellten Notizen können auch für wissenschaftliches Arbeiten genutzt werden und dienen nicht nur als individuelles Arbeitsinstrument, sondern auch als Werkzeug für Gruppen oder Schulklassen.

Für die Konzeption und Umsetzung arbeitet das Sitterwerk mit den Projektpartnern Christian Kern (InfoMedis AG), Anthon Astrom, Lukas Zimmer (Astrom/Zimmer) sowie Fabian Wegmüller zusammen. Das Wissen, die hohe Motivation und Neugier dieser Programmierer und Designer macht die Umsetzung des Projekts überhaupt möglich. Christian Kern und seine Firma InfoMedis AG haben das Sitterwerk bereits in der Umsetzung der dynamischen Ordnung beraten und unterstützt. Die InfoMedis AG ist im Projekt verantwortlich für die RFID-Technologie, Astrom/Zimmer & Fabian Wegmüller für die Bilderkennung, die digitale Schnittstelle sowie die Produktion der Hefte.
Das Projekt wird unterstützt durch den Kanton, die Stadt St.Gallen sowie die Steinegg Stiftung, Herisau.

Sonntag, 23. November, 15 Uhr, Kunstbibliothek Sitterwerk

Es gibt Raclette an der frischen Luft und Getränke.