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Kunstbibliothek
Daniel Rohner in der Kunstbibliothek im Sitterwerk.
Kunstbibliothek

Der Grundbestand der Bibliothek – rund 25 000 Bände zu Kunst, Architektur und deren Geschichte – ist durch leidenschaftliches Sammeln zusammengekommen. Daniel Rohner (1948–2007) hat über 45 Jahre hinweg die zeitgenössische Kunst aus nächster Nähe verfolgt und dabei eine Sammlung von Ausstellungskatalogen und monografischen Darstellungen angelegt. So ist eine persönlich geprägte Dokumentation der neusten Geschichte der Kunst entstanden. Daniel Rohners Bibliothek umfasst auch viele zentrale Titel zur gesamten Geschichte von Architektur und Kunst. Und aus der Sammlung von Felix Lehner ist ein grosser Bestand an Literatur zu Gusstechnik, Restaurierung und plastischer Kunst hinzugekommen.


Mit ihren Sammlungen brachten Daniel Rohner und Felix Lehner, Leiter der Kunstgiesserei, eine wesentliche Substanz in die Stiftung Sitterwerk ein. So vereint werden sie nun vom Sitterwerk weitergeführt und dem Publikum erschlossen. In einem Pilotprojekt wird der Fortschritt in der Bibliotheksverwaltung eine Stufe weiter getrieben. Die Bücher werden mit so genannt intelligenten Etiketten ausgestattet. Diese enthalten die bibliografischen Angaben in einem Funkchip, der über Radiowellen mit einem elektronischen Lese- und Schreibgerät und so mit dem Katalog in Verbindung steht. Das Lesegerät dieser Technik der Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) wird sich neu und vorerst einmalig über die ganzen Räumlichkeiten der Bibliothek hinweg erstrecken. Daraus eröffnen sich Perspektiven weit über die Rationalisierung hinaus. Der Zwang zur disziplinierten Benutzung der Bibliothek wird hinfällig – jedes Buch kann überall abgelegt werden und bleibt dennoch für alle auffindbar. So ergibt sich eine dynamische Ordnung der Bibliothek, in der Gruppen von Büchern entstehen und wieder zerfallen. Diese bilden die Bezüge ab, wie sie von den einzelnen Benutzern mit ihren unterschiedlichen Zielsetzungen und Arbeitsmethoden hergestellt werden. An den Schnittstellen verschiedener Interessen entstehen durch fruchtbare Zufälle Querverweise, die unerwartete Einsichten zulassen.

Auch auf die traditionellen Bibliothekssignaturen kann dank der RFID-Etiketten im Buchdeckel verzichtet werden. Dem einzelnen Buch werden seine bibliophilen Qualitäten bewahrt, sein individueller Wert als gestaltetes Medium der Wissensüberlieferung und Informationsvermittlung mit einer uralten Tradition kann sich dank modernster Technologie erhalten. Dadurch und durch die neue Freiheit der Benutzung bleibt auch der private Charakter der Kunstbibliothek im Sitterwerk bestehen. Diese bildet so ein intimes Ambiente für festliche Anlässe, Tagungen und Seminare oder einsame Konzentration. Zudem finden hier in loser Abfolge Ausstellungen statt. Die Verbindungen von Buch und Kunst bilden den roten Faden dieser Reihe, die den thematischen Schwerpunkt der Bibliothek im Sitterwerk betont.