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Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG
Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG

Grosse Halbfiguren von Josephsohn bei
Hauser & Wirth in Zürich

28. August 2015 bis 30. Oktober 2015

Hauser & Wirth richtet Hans Josephsohn diesen Herbst im Löwenbräu in Zürich eine Einzelpräsentation mit dem Schwerpunkt auf grossen Halbfiguren aus. Mehrere, ab den 90er Jahren entstandene Halbfiguren werden in einer Reihe – mit einem stehenden Relief als Zäsur – gezeigt. In der Ausstellung wird ausserdem eine Halbfigur von 1979 zu sehen sein. Sie erlaubt es, Josephsohns künstlerische Entwicklung hin zu einer zunehmenden Zusammenfassung der Körperpartien am Beispiel der Werkgruppe der grossen Halbfiguren nachzuvollziehen. Ausgestellt werden die Arbeiten im langgestreckten Raum der Galerie im zweiten Obergeschoss des Löwenbräus, der einst als Flaschengeschäft der Bierbrauerei diente und durch seine schönen Lichtverhältnisse auffällt. Die Ausstellung kommt gänzlich ohne Einbauten aus, wodurch der Raum in seiner ursprünglichen Struktur erfahrbar wird.

Mit dieser Präsentation ist Josephsohn zum zweiten Mal bei Hauser & Wirth in Zürich zu sehen. In der ersten, 2010 von Peter Märkli kuratierten Ausstellung standen Reliefs und frühe Stehende im Mittelpunkt.

Die Konzeption der Ausstellung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Hauser & Wirth und dem Kesselhaus Josephsohn/Galerie Felix Lehner.

Film Screening
Anlässlich der Josephsohn-Ausstellung bei Hauser & Wirth wurde am Donnerstag, 1. Oktober 2015, um 19 Uhr im Löwenbräu in Zürich der Film «Josephsohn – Stein des Anstosses» von Jürg Hassler gezeigt (1977, 74 min, Deutsch mit englischen Untertiteln).

Betroffen von der Kompromisslosigkeit seines langjährigen Freundes zeichnet Jürg Hassler in seinem Film ein eindringliches Bild des Künstlers. Er zeigt auf, wie sich Josephsohns Haltung und Kunst in einem Spannungsfeld zwischen westlicher Konsumwelt, Pop-Art, Gesellschaftsutopien und Kunst im Dienste sozialistischer Propaganda nicht verorten lässt: So involviert er in diese Fragen der Zeit auch ist, so wenig schlagen sie sich in seiner Arbeit nieder. Josephsohn setzt sich sperrig und quer zu seiner Zeit in ganz eigener Weise mit den Problemstellungen der Skulptur auseinander, die er auch in der antiken Plastik, in der mittelalterlichen Kunst und in der indischen Bildhauerei bearbeitet sieht. Diese Konsequenz von Josephsohns Arbeit als Bildhauer deutet schon hin auf die Formensprache der grossen Halbfiguren und Liegenden, wie er sie 15 Jahre später entwickelt hat. Von aktueller Brisanz sind auch Josephsohns Erinnerungen an die Situation als jüdischer Immigrant in der Schweiz und an seine Jugend im damals ostpreussischen Königsberg der 30er Jahre.


Tanzperformance «Unfertig» von Eugénie Rebetez im Rahmen der Ausstellung: Sonntag, 25. Oktober, 12 Uhr und Mittwoch, 28. Oktober, 19 Uhr bei Hauser & Wirth, Limmatstrasse 270, Zürich


Vernissage: Freitag, 28. August 2015, 18-20 Uhr, anschliessend Saisoneröffnungsfest im Löwenbräu

Die Ausstellung dauert bis zum 30. Oktober 2015.

 

Presseartikel

Adam Jasper
Dezember 2015
Review – Josephsohn, Hauser & Wirth, Zurich
Artforum

Ewa Hess
27. Oktober 2015
Viva la Diva!
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Max Glauner
25. September 2015
Critics' Picks: Zurich – Hans Josephsohn, Hauser & Wirth
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