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Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG
Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG

Löwenbräu Zürich:
JOSEPHSOHN

Eine Ausstellung bei Hauser & Wirth, kuratiert von Peter Märkli

27. März 2010 bis 29. Mai 2010

Den Architekten Peter Märkli und den Bildhauer Hans Josephsohn verbindet eine jahrzehntealte Freundschaft. Dem jungen Architekturstudenten Peter Märkli war das Werk von Hans Josephsohn ein wesentlicher Impuls für die Entwicklung seines eigenen Umgangs mit den architektonischen Fragestellungen zu Volumen, Proportionen und räumlichen Bezügen. Vor allem die Reliefs, welche für Josephsohn «die grösste künstlerische Freiheit bieten», spielen dabei eine zentrale Rolle, denn in diesem Typus werden künstlerische Räume aufgespannt, in welche der Bildhauer mehrere menschliche und z.T. auch skulpturale Figuren in unterschiedlichen Beziehungen zueinander darstellen kann.

Peter Märkli hat bei vielen seiner Bauten solche Reliefs schon bei den ersten Skizzen ins Konzept integriert – manchmal beinahe Räume um solche Arbeiten von Josephsohn geschaffen. Exemplarisch dafür ist das Museum «La Congiunta», zu Deutsch vielleicht «die Vereinigung». Auf der italienischsprachigen Seite der Gotthardroute wurde der bis aufs äusserste reduzierte Betonbau 1992 als «Haus für Reliefs und Halbfiguren von Hans Josephsohn» explizit für eine Dauerausstellung ganz bestimmter Werke von Josephsohn errichtet.


Folgerichtig spielt das Genre der Reliefs, welches von Josephsohn in der gesamten Entwicklung seines Werks konsequent bearbeitet wurde, auch in der von Peter Märkli kuratierten Ausstellung im Löwenbräu in Zürich eine zentrale Rolle. Die grossen flachen Reliefs mit ihrer in charakteristischer Weise geometrisch bestimmten Abstraktion bilden dazu einen fulminanten Auftakt. Darauf folgt eine Gruppe von kleineren Arbeiten, die zwar noch immer sehr wenig räumliche Tiefe aufweisen. Die menschlichen Wesen sind darauf gleichwohl schon deutlich figurativer gezeichnet. Diese Entwicklung zu einer immer deutlicheren Figuration kulminiert in den ausserordentlich tief ausgestalteten Reliefs aus den 70er Jahren, wo die Figuren z.T. beinahe vollplastisch ausgebildet sind und sich von der Grundfläche der Reliefs beinahe loszulösen scheinen. Das Spätwerk schliesslich ist geprägt von einer «Rückkehr» zur Reduktion. Diese erfolgt nun aber nicht mehr in geometrisierender Weise, sondern durch die schlichte Akkumulation von dichten Materialmassen zu kompakten Körpern, welche in ihrer unmittelbaren Skizzenhaftigkeit gleichwohl äusserst präzis ausgestaltet sind.

Die Ausstellung beschränkt sich aber nicht auf Reliefs. Vier rundplastisch gearbeitete, geometrisch reduzierte Stehende bilden das Pendent zu den frühen flachen Reliefs, während zwei Arbeiten aus der für Josephsohns Werk schliesslich zentralen Werkgruppe der grossen Halbfiguren aus den 90er Jahren in ihrer massigen Reduktion die späten Reliefs ergänzen. (um)


Die von Peter Märkli zu Josephsohns 90. Geburtstag in den Galerie-Räumen von Hauser & Wirth Zürich kuratierte Ausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Kesselhaus Josephsohn realisiert.