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Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG
Kesselhaus Josephsohn
Galerie Felix Lehner AG

Peter Märkli und Hans Josephsohn im Schweizerischen Architekturmuseum Basel

06. September 2014 bis 19. Oktober 2014

Zum dreissigjährigen Jubiläum des Architekturmuseums Basel hat der derzeitige Direktor Hubertus Adam seine Vorgängerin Ulrike Jehle-Schulte Strathaus eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren. Sie hat sich dabei auf zwei bereits früher von ihr gezeigte Positionen konzentriert: Einerseits das Basler Architekturbüro Diener & Diener, andererseits den Zürcher Architekten Peter Märkli, dem sie im Jahr 2000 eine Ausstellung ausgerichtet hatte. Beiden Büros ist gemeinsam, dass sie für ihre Bauten regelmässig mit Kunstschaffenden zusammenarbeiten. Während das bei Diener & Diener projektbezogene Kooperationen sind, ist dies bei Märkli die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Hans Josephsohn, die immer wieder zum Einbezug eines Werkes von Josephsohn in seine Bauten führt.

In der Ausstellung im Architekturmuseum wird von Diener & Diener ein konkretes Projekt in Kooperation mit Josef Felix Müller vorgestellt: 2006 haben Diener & Diener in Zusammenarbeit mit dem Architekturhistoriker und Architekten Martin Steinmann den Wettbewerb für die Erweiterung des Stadtmuseums Aarau gewonnen. Im Verlaufe des Planungsprozesses wurde klar, dass für den Erweiterungsbau ein 120-jähriger Mammutbaum im Garten des Museums gefällt werden musste. In der Folge wurde beschlossen, das anfallende Holz in Form von 95 x 200 cm grossen Platten als Ausgangspunkt für eine künstlerische Arbeit zu verwenden. Diener & Diener haben dafür den Künstler Josef Felix Müller angefragt, der die Platten mit der Motorsäge bearbeitete. In insgesamt 134 gleich grosse Holzpanele schnitzte er Darstellungen nach zufällig ausgewählten Passantinnen und Passanten. Die Holzpanele wurden anschliessend mit Polyurethan ausgegossen. Die Polyurethan-Negative dienten wiederum als Gussformen für die Betonreliefs, die an die Fassade des Erweiterungsbaus angebracht wurden. 66 Holzpanele hängen derzeit in zwei übereinander verlaufenden Reihen an den Wänden des ersten Saals des Architekturmuseums. In einem kleineren Seitenraum wird Dokumentationsmaterial der Kooperation von Diener & Diener mit Josef Felix Müller sowie jener von Märkli und Josephsohn präsentiert.

Den Übergang zum zweiten grossen Saal des Architekturmuseums markiert eine Stehende von Hans Josephsohn aus den frühen 1950er Jahren, die ähnlich ausgestellt wird wie Arbeiten Josephsohns an der Architekturbiennale in Venedig vor zwei Jahren. An der linken Wand des zweiten Saals folgen drei weitere Werke Josephsohns – je ein Relief aus den Jahren 1950/51, 1977 und 1999. Auf der gegenüberliegenden Seite des zweiten Saales sowie im dritten Saal werden Architekturzeichnungen von Peter Märkli gruppenweise gezeigt. Auf manchen Zeichnungen sind Werke Josephsohns angedeutet. Märkli integriert seit den 1970er Jahren immer wieder bereits gegossene Arbeiten von Josephsohn in seine Häuser, wobei er diese bereits in der Entwurfsphase mitdenkt und die Planung auf die Kunst ausrichtet. Das bekannteste Beispiel ist das Museum La Congiunta, das Märkli 1992 für Werke von Josephsohn erbaute. Seither werden dort rund dreissig Reliefs und drei Halbfiguren gezeigt. Märklis Zeichnungen, die er für den Entwurfsprozess von Gebäuden braucht, muten skizzenhaft an. Trotz ihrer Skizzenhaftigkeit fällt auf, wie sehr Josephsohns Werke – besonders die Reliefs – die Komposition von Märklis Zeichnungen beeinflusst haben.

Am Donnerstag, 2. Oktober, findet um 19 Uhr im Architekturmuseum ein Podiumsgespräch mit Roger Diener, Peter Märkli, Josef Felix Müller und Adam Szymczyk statt, das von Ulrike Jehle-Schulte Strathaus moderiert wird.

Vernissage: Freitag, 5. September, 19 Uhr


Presseartikel

16. September 2014
Gabriele Detterer
Architekten und Künstler – Eine Ausstellung im SAM in Basel
Neue Zürcher Zeitung

11. September 2014
Annina Fischer
Ungleiche Paare im Architekturmuseum
Basellandschaftliche Zeitung

4. September 2014
Christoph Heim
Das Objekt der Begierde fehlt immer
Basler Zeitung