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Kunstbibliothek
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«Der Traum von der perfekten Ordnung: Bibliotheksgeschichten»

30. April 2015 , 19.00

Am 30. April ist die Literaturwissenschafterin Martina Süess im Sitterwerk zu Gast. Im Rahmen des «langen Donnerstags» referiert die Germanistin zu Wissensordnungen in Bibliotheken. «Die komplizierteste und wichtigste Aufgabe einer Bibliothek ist es, ihre Bestände verfügbar zu machen», schreibt sie. «Dazu muss sie ihr Material ordnen.» Doch nach welchen Kriterien soll das geschehen? Sind es medientechnologische Entwicklungen, die neue Ordnungssysteme ermöglichen und bedingen? Oder spiegeln sich in den Bibliotheksmodellen gesellschaftspolitische und mentalitätsgeschichtliche Ideale, Normen und Grenzen? Mit diesen Fragen setzt sich Martina Süess im Rahmen ihrer Forschungsarbeit auseinander und wird diese in ihrem Vortrag im Sitterwerk aufgreifen. Sie untersucht anhand von literarischen Quellen aus mehreren Jahrhunderten was dahinter steckt, wenn in einer Bibliothek eine «natürliche», eine «szientifische» oder eine «dynamische Ordnung» vorherrscht.

Martina Süess ist Literaturwissenschafterin und Initiatorin des interdisziplinären Forschungsnetzwerks Mediologie@Wien. Sie studierte und forschte an der Universität Basel, der Humboldt Universität zu Berlin und der Harvard University in Cambridge USA. 2011–2015 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Wissens- und Imaginationsgeschichte, Sozialtheorie, Mediengeschichte der Bibliothek und Kulturtechniken der Überlieferung. Derzeit promoviert sie mit einer Dissertation über Führerphantasien im späten 19. Jahrhundert.