English
Sitterwerk
Sitterwerk

Spuren des Sitterwerks an der
Documenta 14

22. Juli 2017

Nevin Aladag
Jali, Landesmuseum Kassel
Documenta 14, 10. Juni bis 17. September 2017 

Abgrenzen und Hineinlassen, Zeigen und Verbergen, Intimität und Zurschaustellung sind wichtige Themen in Nevin Aladags Schaffen. Die türkische Künstlerin, die heute in Berlin lebt, hat im Gastatelier des Sitterwerks für die Documenta eine Arbeit mit licht- und sichtdurchlässigen Keramikziegeln entwickelt. Die unterschiedlichen Tonelemente sind von marokkanischen, japanischen und europäischen Gitter- und Fensterornamenten inspiriert. In dezenten Pastelltönen glasiert und zu einer paravent-ähnlichen Wand aufgetürmt ziehen sie während der Documenta eine filigrane und doch dezidierte und unüberwindbare Grenze durch das Landesmuseum in Kassel.

 

Banu Cennetoğlu
BEINGSAFEISSCARY, Portikus Museum Fridericianum
Documenta 14, 10. Juni bis 17. September 2017 

Die Künstlerin Banu Cennetoğlu stammt ebenfalls aus der Türkei, lebt in Istanbul und hat im Sitterwerk und mit der Kunstgiesserei eine Arbeit für die Documenta 14 umgesetzt. Darin spiegelt sich ihre Faszination für das Archivieren und Verbreiten von Informationen, Ideen und Überzeugungen durch Symbole oder Zeichen wider. Den Wortlaut eines Graffitis, gesehen an der Mauer der Technische Hochschule in Athen – ein bedeutsamer Ort für den politischen Aufstand – hat Banu Cennetoğlu sozusagen nach Kassel «immigriert». Dort ersetzt er, in Aluminium gegossen, den Schriftzug MVSEVM FRIDERICIANVM, der bereits seit Jahrzehnten im Portikus des Museums thront, und provoziert für die Dauer der Documenta unaufdringlich und vielschichtig.