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Sitterwerk
Sitterwerk

Kunst und Produktion

Das Industriegelände im Sittertal bei St.Gallen wird immer mehr von Kunst und Kultur erschlossen. Seit der Schliessung der ehemaligen Textilfärberei Sitterthal haben sich hier unter anderem eine Kunstgiesserei, eine Buchwerkstatt und zuletzt ein Fotolabor angesiedelt. Im Zeichen dieses Aufbruchs ist auch das Sitterwerk entstanden. Als ein institutionelles Zentrum für Kunst und Produktion umfasst es unterschiedliche Projekte: Eine Kunstbibliothek und ein Werkstoffarchiv wurden in einer Räumlichkeit zusammengeführt und öffentlich nutzbar gemacht. Ins Atelierhaus werden Künstler in Anerkennung ihrer Arbeit zu einem Werkaufenthalt eingeladen. Das Kesselhaus Josephsohn macht das Werk des bedeutenden Plastikers zugänglich.

Die Gründung der Stiftung Sitterwerk bildete 2006 einen weiteren Meilenstein in dieser Entwicklung: das Sitterwerk hat nun eine breit abgestützte Basis. 

Die aussergewöhnliche Dynamik im Sittertal ist der Antrieb für den Auf- und Ausbau des Sitterwerks. Hier treffen Künstler, Handwerker, Wissenschaftler verschiedener Ausrichtungen und eine breite Öffentlichkeit aufeinander. Kultur ist hier in vielfachem Sinn in Entstehung begriffen: Es wird Kunst geschaffen, produziert oder restauriert und der Öffentlichkeit präsentiert. Kulturgüter werden in unterschiedlichster Hinsicht erforscht – aus wissenschaftlicher, technischer oder künstlerischer Perspektive. Im Atelierhaus erlauben Infrastruktur und die räumlichen Dimensionen Gastkünstlern grosszügige Gesten. Für die Produktion zeitgenössischer plastischer Kunst findet in der Kunstgiesserei die uralte Technik des Bronzegiessens ihre natürliche Ergänzung in modernsten Verfahren mit neuen Werkstoffen und Technologien. Die ungewöhnliche Kombination einer Kunstbibliothek mit einem Werkstoffarchiv eröffnet neuartige Perspektiven für Recherchen und Experimente. Hier können Fragen zu Kunst und deren Produktion geklärt werden oder architektonische und denkmalpflegerische Lösungen entwickelt werden. Mit einer neu gefundenen Form von Ausstellung und Lagerung von Gipsmodellen und Bronzen erfüllt das Kesselhaus Josephsohn den mehrfachen Zweck, das Werk des Künstlers zu erhalten und zu sichern, es für die wissenschaftliche Aufarbeitung zu erfassen und gleichzeitig der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu vermitteln.

Eine kultivierte Gastlichkeit belebt das Zusammentreffen eines interessierten Publikums mit den Handwerkern, Kunstschaffenden und Forschern, die hier an der Arbeit sind. Die ruhige Architektursprache der präzisen Renovation verleiht den ehemaligen Industriegebäuden eine neue Einheit, die dafür den geeigneten Rahmen bildet.

Das einzigartige Zusammenspiel von unternehmerischen Betrieben und kulturellen Institutionen im Sittertal eröffnet ein grosses und kreatives Innovationspotential. Zwischen zunächst disparaten Abläufen entwickeln sich unerwartete Synergien. Diese werden nutzbar dank der Infrastruktur des Sitterwerks. So kann viel kulturelle Energie freigesetzt werden, was auch weit ausserhalb der Kulturwelt auf Interesse stösst. Für unterschiedlichste Führungskräfte hat das Sitterwerk mittlerweile Modellcharakter: Seit mehreren Jahren wird das Sitterwerk in privater Initiative aufgebaut. Vor allem von der Kunstgiesserei wurde trotz knapper Ressourcen bis heute viel Arbeit geleistet und Geld investiert. Man hat gewagt in Angriff zu nehmen, wofür als Projekt auf Papier keine Finanzierung zu finden gewesen wäre – getragen allein von der Zuversicht, dass zu überzeugender Einheit zusammenfinden kann, was vielen unvereinbar erscheinen mochte.

Nun sind für den Bestand und die weitere Entwicklung des Zentrums für Kunst und Kulturwirtschaft zusätzliche Mittel notwendig. Bereits haben sich die öffentliche Hand, verschiedene Stiftungen und private Gönner grosszügig für das Sitterwerk engagiert. Auch verschiedene Firmen geben der Anerkennung dessen, was hier im Aufbau ist, mit Sponsoring ihren Ausdruck. Die Stiftung Sitterwerk ist dafür ein ideales Gefäss. Mit der Kunstbibliothek und der hervorragenden Infrastruktur von Atelierhaus, Werkstoffarchiv und Kesselhaus Josephsohn verfügt sie über ein grosses Potential. Um dieses optimal nutzbar zu machen, braucht sie weiteres Kapital.

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