English
Sitterwerk
Sitterwerk

Kunst und Produktion

Die gemeinnützige Stiftung Sitterwerk hat den Zweck, das Sitterwerk als institutionelles Zentrum für Kunst und Produktion auf dem Gelände der ehemaligen Textilfärberei Sitterthal in St.Gallen zu betreiben und weiter auszubauen. Zum Sitterwerk gehören die öffentlich nutzbaren Institutionen von Kunstbibliothek und Werkstoffarchiv, der museale Teil des Kesselhaus Josephsohn und das Atelierhaus für Gastkünstler. Die Stiftung wurde 2006 von Felix Lehner, Hans Jörg Schmid und Daniel Rohner gegründet.

Das ehemalige Industrieareal Sittertal wird heute unterschiedlich genutzt. In einem lebendigen Kontext haben sich hier die Kunstgiesserei und ein Fotolabor angesiedelt. In diesen kommerziellen Betrieben und in den gemeinnützigen Institutionen des Sitterwerks treffen Künstler, Handwerker, Wissenschafter verschiedener Ausrichtungen und eine interessierte Öffentlichkeit aufeinander. Die Infrastruktur von Kunstbibliothek, Werkstoffarchiv und Atelierhaus im Sitterwerk dient der Forschung und Vermittlung und macht Synergien nutzbar, die sich zwischen den vielfältigen Prozessen der Entstehung und Erhaltung von Kunst und Kulturgütern ergeben.

Der Grundbestand der Kunstbibliothek stammt aus den Sammlungen von Daniel Rohner und Felix Lehner und umfasst ca. 25‘000 Bände zu Kunst, Architektur und deren Geschichte sowie Material- und Gusstechnologie. Die Kunstbibliothek wird kontinuierlich erweitert, die Schwerpunkte bei Neuerwerbungen sind zeitgenössische Kunst und Skulptur sowie deren handwerklicher Produktion, Gusstechnologie, Materialkunde und -ikonographie. Die Bücher haben keinen festen Platz im Regal, ihre Ordnung ist dynamisch und assoziativ – sie können von den Nutzern immer wieder neu geordnet werden und bleiben dank Radiofrequenztechnik jederzeit auffindbar. Diese im Sitterwerk neu entwickelte Technik der permanenten Inventur bietet eine Plattform für die Auseinandersetzung mit Fragen zu Wissensordnungen und der künstlerischen Praxis im Umgang mit Archiven.

Im Werkstoffarchiv wird eine Sammlung von Materialien aufgebaut, die Kunstschaffenden, Architekten und Gestaltern einen Zugang zu ausgewählten Materialmustern und Proben ermöglicht. Diese werden in Zusammenarbeit mit der benachbarten Kunstgiesserei sowie dem Verein Material-Archiv gesammelt und dokumentiert. Das Werkstoffarchiv ist damit sowohl in den handwerklichen Kontext der Kunstproduktion, sowie in ein schweizweites Netzwerk mit Bildungsinstitutionen eingebunden. Im Kesselhaus Josephsohn wird das Werk des bedeutenden Bildhauers in ständigem Wandel präsentiert, konservatorisch betreut und für die wissenschaftliche Erforschung in einem Werkverzeichnis aufgearbeitet. Die Galerie Felix Lehner im Kesselhaus Josephsohn vertritt den Nachlass von Hans Josephsohn - durch den Verkauf von Josephsohns Arbeiten wird der Aufwand für die Betreuung seines Werks im Kesselhaus finanziert.

Der Nutzung des Atelierhauses liegt ein flexibles Konzept zugrunde. Der Atelierbeirat der Stiftung Sitterwerk lädt jährlich zwischen zwei und fünf Gastkünstler zu mehrmonatigen Atelieraufenthalten ein. Daneben wird das Atelierhaus für Projekte wie Workshops oder kulturelle Veranstaltungen genutzt. Während der kalten Jahreszeit wird jeweils eines der Ateliers als Arbeitsraum für regional ansässige KünstlerInnen zur Verfügung gestellt und das grösste Atelier an die Kunstgiesserei vermietet.

In den Institutionen des Sitterwerks finden in loser Abfolge Projekte und Ausstellungen statt, welche in inhaltlichem Zusammenhang mit dessen Schwerpunkten stehen: Kunst, Buch, Material, Wissensordnungen, Produktion plastischer Kunst und Gestaltung. Durch seine Aktivitäten entwickelt das Sitterwerk eine überregionale und internationale Ausstrahlung und dient damit auch der Stärkung des Standorts.

Details zur Förderung