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Werkstoffarchiv
Werkstoffarchiv

Demonstration des fünfachsigen Fräsroboters der Kunstgiesserei und ein Dokumentar-Film von Stephan Sachs

Skulpturen aus digitalen Daten

02. Juli 2009 , 19.00

18.00 Uhr: Ausstellung «Von Werkstoffen und Kunstwerken» geöffnet
19.00 Uhr: Treffpunkt im Werkstoffarchiv Sitterwerk für den Transfer nach Engelburg (Extrafahrt im Stadtbus, gesponsert von der VBSG)
19.30 Uhr: in Engelburg - Apéro und Demonstration fünf-achsiger Fräsroboter der Kunstgiesserei
20.30 Uhr: in Engelburg - Vorführung des Dokumentarfilms von Stephan Sachs «und sahen was zu machen war ...» (1991-1994, D), 72', s/w


Die moderne Technik des dreidimensionalen Scannens von Objekten und deren Reproduktion in beliebigen Dimensionen eröffnen dem skulpturalen künstlerischen Schaffen grundsätzlich neue Möglichkeiten: Durch Bearbeitung der digitalen Daten können einzelne Objekte nicht nur beliebig vergrössert oder verkleinert werden - sondern sie können auch ineinander geschoben oder miteinander verschmolzen werden. Sogar Hohlräume, z.B. zufällig im Innern von gekneteten Tonklumpen entstanden, können computer-tomografisch vermessen und ebenfalls als Objekte mit beunruhigend unbekannten Konturen reproduziert werden.

Die Kunstgiesserei St.Gallen AG hat vor kurzem einen grossen fünfachsigen Fräsroboter in Betrieb genommen, auf welchem in einem Stück Objekte von bis zu 10 Metern Ausdehnung in Styropor realisiert werden können. Hier entstehen unter anderem für Urs Fischer die Modelle von monumentalen Skulpturen, welche schliesslich abgeformt und in Metall gegossen werden. Aber auch für Umsetzungen digital erzeugter Objekt-Daten ausserhalb der Welt von Kunstwerken kann die Technologie des computergesteuerten, hochpräzisen Fräsens von Konturen und Oberflächen zur Anwendung kommen.

Im Anschluss an eine Demonstration der Möglichkeiten und Funktionsweisen dieser High-Tech-Maschine zeigt das Sitterwerk im Rahmen des Filmzyklus «Stein, Stahl, Styropor» einen Dokumentarfilm über die Wiedererrichtung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Deutschen Eck in Koblenz. Bei der Lösung dieser Aufgabe kommt ebenfalls Styropor als Träger-Material künstlerisch gestalteter Formen zur Anwendung. Der mit dem Preis der deutschen Filmkritik für den besten Dokumentarfilm 1994 ausgezeichnete Film ist aber viel mehr als einfach eine technische Dokumentation, sondern gleichzeitig auch ein «subtil-satyrischer Deutschlandkommentar» über die Montage und Demontage von Denkmälern und ihrem Symbolgehalt.

Die Film-Vorführung findet in Zusammenarbeit mit dem Kinok und der Kunstgiesserei St.Gallen AG im Rahmen des Filmzyklus Stein, Stahl, Styropor statt.

Die Extrafahrt nach Engelburg und zurück im St.Galler Stadtbus wurde von der VBSG gesponsert. 


Siehe auch Artikel im St.Galler Tagblatt vom 1. Juli 2009.