English
Werkstoffarchiv
Werkstoffarchiv

Wachs–Tafeln und Blöcke

19. Januar 2014 bis 23. Februar 2014

Im Werkstoffarchiv war bis zum 23. Februar 2014 die Ausstellung «Wachs – Tafeln und Blöcke» zu sehen. Im Mittelpunkt stand das Material Wachs in seiner Vielfalt als Werkstoff. 


Wachs ist ein plastisches Material – verformbar und nachgiebig. Im übertragenen Sinn gilt dies auch für seine Definition. «Wachs» ist eine technologische Sammelbezeichnung, die für eine Fülle von Stoffen unterschiedlichster Herkunft und Zusammensetzung steht. Wachs war als Bezeichnung während Jahrtausenden dem Bienenwachs vorbehalten. Erst mit der Entdeckung anderer wachsartiger Stoffe wurden zunehmend auch Materialien anderen Ursprungs, die im chemischen Aufbau und/oder der Beschaffenheit dem Bienenwachs ähnlich sind, als solche bezeichnet. 

Im Umfeld der Kunstproduktion ist Wachs in verschiedenen Formen und Funktionen präsent: bei der Herstellung von Metallgussplastiken dient Wachs als wichtiges Hilfsmittel (Wachsausschmelzverfahren), als bildhauerisches Material wird es für Entwürfe und Plastiken eingesetzt und schützt und veredelt als dünne Schicht verschiedenste Objektoberflächen. Mit diesem Bezug zur Materialanwendung wurde im Sitterwerk 2013 das Projekt «Werkstoff Wachs» lanciert, welches die Erweiterung der Datenbank und Sammlungen des Material-Archivs beinhaltet. Candelilla-, Woll-, Montan-, Mikro-, Polyethylen-, Japanwachs und weitere Wachsarten ergänzen seit dem 19. Januar 2014 in Form von Materialmustern und Datensätzen die Sammlungen. In diesem Zusammenhang wurde die neue Materialgruppe zusätzlich im Rahmen einer Ausstellung gezeigt. Tafeln und Blöcken verwiesen auf die Lieferformen von Wachsrohstoffen, aber auch auf deren Verwendung als Schriftträger. Wachsschreibtafeln und Wachstafelbücher waren bis ins 15. Jahrhundert wichtige Informationsmedien. Als solche wurden sie in der Ausstellung erneut eingesetzt und schufen den Bezug zur Kunstbibliothek, zu Materialanwendungen und Inhalten, die im Umfeld der Kunstproduktion präsent sind.

Im Begleitprogramm fanden zwei Veranstaltungen statt. Die Kunsthistorikerin Dr. Jessica Ullrich, Kunstpalais Erlangen, war als Referentin zu Gast. Sie hat mit ihrer Dissertation «Wächserne Körper – Zeitgenössische Wachsplastik im kulturhistorischen Kontext» die erste umfassende Studie zur Wachsbildnerei im 20. Jahrhundert publiziert. Darin stellt sie Arbeiten von mehr als 40 zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen vor und damit auch Themen wie Anatomie, Tod, Religion, Ähnlichkeit und Identität, die mit dem Material Wachs in enger Verbindung stehen.

Weiter bot eine öffentliche Führung durch die benachbarte Kunstgiesserei und die Bereiche der Stiftung Sitterwerk Einblick in konkrete Anwendungs- und Verarbeitungsformen des Materials.


Das Projekt wurde unterstützt durch:
Dr. Fred Styger Stiftung
Ortsgemeinde Straubenzell

 

Weitere Ausstellungsorte:
Hochschule Luzern, vom 16. Oktober 2014 bis 07. November 2014
Gewerbemuseum Winterthur, vom 18. Mai 2014 bis 06. Juli 2014