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22.01.2019

Ilona Ruegg

Im Dezember und Januar nutze die Zürcher Künstlerin Ilona Ruegg das Gastatelier und seine winterliche Abgeschiedenheit als Rückzugsort und Ausgangspunkt.

Ilona Ruegg (*1949) arbeitet mit Alltagsobjekten, die sie aus deren ursprünglicher Funktion und Kontext löst und durch minimale materielle und örtliche Eingriffe mit einer neuen Bedeutung versieht. Diese Bedeutungsverschiebungen in der Wahrnehmung des Betrachters exerzierte sie auch an der Arbeit durch, welche sie zwischen Ende November 2018 und Ende Januar 2019 im Sitterwerk-Gastatelier sowie in den Werkstätten der Kunstgiesserei intensiv verfolgte. Ausgangspunkt war die frühere Arbeit SCHONZEIT, für die sie einen Jagdhochstand mit einer Tarnkappenschicht (Antiradar-Beschichtung) «unsichtbar» gemacht hatte und in einen Skulpturenpark verpflanzte. Die Fragmente der demontierten Skulptur bildeten schliesslich die Basis für die Weiterführung dieses Transformationsprozesses. Unter dem Arbeitstitel Erlkönig kleidete sie die Bauteile partiell mit Karton ein, in Anlehnung an eine Camouflage-Technik, welche für Testfahrten von Autos zur Verbergung des neuen Designs genutzt wird. Als Tarnung der Tarnung goss die Künstlerin die Kartonfragmente wiederum im Direktausbrand-Verfahren in Aluminium. In diesem neuen Kontext verlieren sämtliche Teile ihre ursprüngliche Funktion und gewinnen eine neue Materialität – eine formelle und konzeptuelle Untersuchung von Sichtbarmachen und Verbergen.