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Donnerstag, 23.04.2020
Kunstbibliothek

Welttag des Buches am 23. April 2020

Der 23. April ist der Welttag des Buches. Und eigentlich hätte die Kunstbibliothek zu diesem Anlass eine kleine Ausstellung gezeigt, darüber wie Büchermacher*innen das Büchermachen erklären. Ein Anlass, der nun nicht stattfindet, denn wie alle Kulturinstitutionen bleibt auch die Bibliothek bis zum 8. Juni 2020 geschlossen und die vom Verein Buchstadt St. Gallen organisierten Veranstaltungen rund um den Welttag des Buches sind ebenfalls abgesagt.

Die Schliessung der Bibliothek hat aber einen Effekt, der mit dem Thema Büchermachen eng verbunden ist: Wir, und insbesondere unser Zivildienstleistender Melchior Hochuli, hatten endlich Zeit um an zahlreichen Büchern kleinere und grössere Reparaturen vorzunehmen. Es sind keine komplexen Restaurierungsprojekte – diese übergeben wir dem Buchbinder Markus Comba – aber es sind diverse kleine Eingriffe, welche die Bücher stärken und doch die Spuren der Zeit und Benutzung nicht unnötig kaschieren.

Wir lernen in dieser Zeit also viel über die Bücher und ihre Machart, über ihre Bestandteile und materiellen Eigenschaften, über Bruchstellen, Risse und Verfärbungen, über Japanpapier, Kleister und Bügeleisen.

Wer die Machart eines Buches generell etwas besser kennenlernen möchte, dem sei die Literatur von anderen St. Galler Büchermacher*innen empfohlen. Rudolf Hostettlers The printer’s terms und Jost Hochuli's Bücher machen sind zwei Titel von St. Galler Autoren, welche die Buchgestaltung in ganz besonderer Präzision und wunderbaren Illustrationen erklären.

St. Gallen ist eben eine Buchstadt, natürlich mit der Stiftsbibliothek und den weiteren wichtigen Bibliotheken, aber gerade auch mit dem Engagement von Leuten wie Comba, Hostettler, Hochuli, (oder den Hochulis: Jost und Melchior) und vielen anderen. Nicht zuletzt auch mit der Sammlung des Zentrum für das Buch, in der Kantonsbibliothek Vadiana, wo die Nach- und Vorlässe von Buchgestaltern und Typografen wie Jost Hochuli, Rudolf Hostettler, Jan Tschichold und André Gürtler archiviert und zugänglich gemacht werden.

Die Abbildungen in der Bildstrecke stammen aus dem Sitterwerk, dem Zentrum für das Buch St. Gallen, und, ganz zeitgemäss, aus dem Homeoffice des Bibliothekars.