Offene Ateliers & Filmprogramm
Wir laden Sie herzlich ein zu den Offenen Ateliers mit den aktuellen Gastkünstler:innen sowie im Anschluss zum Filmabend im Rahmen des Sitter-Ciné, kuratiert von Katalin Deér (Künstlerin und Mitbegründerin des Atelierhaus Stiftung Sitterwerk).
17–20:30 Uhr: Offene Ateliers von Percy Nii Nortey und Mayana Redin & Wax Kiosk von Silas Moser, Carla Scholl und Katharina von Koss mit Getränken und Happening (Atelierhaus)
18 Uhr: Sitter-Spaziergang mit Celia Hug & Florian Schärer zu Fluss- und Buch-Landschaften** (Treffpunkt beim Blauen Kran)
Ab 18 Uhr: Bar & Badi (Essen ab 19 Uhr)
20:30 Uhr: Sitter-Ciné – Open-Air-Kino beim Badehaus
Angertal, Aglaia Konrad/Willem Oorebeek, 2011
Sittertal mon amour, Michel Auder, 2026
Film, Mayana Redin, 2026
Seestück, Asi Föcker, 2026
Mayana Redin ist von Juni bis Ende August Gastkünstlerin im Sitterwerk (in Kooperation mit Pro Helvetia). Die brasilianische Künstlerin, Forscherin und Professorin für Bildende Kunst an der UFMG (Universität von Minas Gerais) setzt sich in ihren Arbeiten mit den kosmogonischen, technischen und artefaktbezogenen Vorstellungswelten der Menschheit auseinander. Mithilfe dreidimensionaler Formen und dem Dialog zwischen Bild und Skulptur erkundet sie das Verhältnis zwischen kosmischer Vorstellungskraft und ihrer materiellen Ausrichtung im Raum. Im Gastatelier zeigt sie unter anderem die Fragmente einer Installation aus Wachskanälen und Plexiglasröhren, durch die eine Zündschnur abbrannte, sowie Skizzen zu den Röhrenformationen. Die Filmaufnahme davon – die eigentliche künstlerische Arbeit – wird am 26. August zu sehen sein.
Ebenfalls über einen Opencall von Pro Helvetia ist der multidisziplinäre Künstler Percy Nii Nortey aus Kumasi, Ghana, von Juli bis Ende August im Sitterwerk zu Gast. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Identität, Arbeit und Materialität auseinander und lässt die Grenzen zwischen Installation, performativen Objekten und beweglicher Skulptur verschwimmen. Verwurzelt in der persönlichen und sozioökonomischen Geschichte Ghanas möchte er zur Dekolonialisierung von Denkweisen beitragen und Schwarze Gemeinschaften stärken. Percy bezieht häufig lokale Arbeiter:innen mit ein und gibt gebrauchten Stoffen in seinen Werken ein neues künstlerisches Leben. Im Atelier präsentiert Percy neu entstandene, grossformatige Textilarbeiten aus rezyklierten Wachsprint-Stoffen aus Indonesien, Holland und Ghana, die vor Ort zusammengenäht wurden.
Für einen einmonatigen Residency-Aufenthalt arbeiteten im August die diesjährigen Gewinner:innen des Next Generation Sustainability Awards (NEXA) im Sittertal. Der Preis wurde zum dritten Mal von der HGK Basel im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche FHNW verliehen. Die beiden Gewinnerprojekte werden während der Offenen Ateliers präsentiert:
Obwohl Aluminium nahezu verlustfrei recycelt werden kann, verbraucht der Prozess grosse Mengen Energie. Das Projekt «Wax Kiosk» von Silas Moser, Carla Scholl und Katharina von Koss erforscht, wie Aluminium-Extrusionsprofile energiearm und nutzerfreundlich miteinander verbunden werden können: durch Wachs. Als inszenierter Kiosk macht das funktionale Projekt das Prinzip der zirkulären Verbindung kreativ erlebbar — Aluminium und Wachs lassen sich durch Hitzeaufwand wieder schadenfrei trennen.
Die beiden Grafiker:innen Celia Hug und Florian Schärer gehen der Frage nach dem Verhältnis zwischen menschlicher Infrastruktur und geschützten Naturgebieten nach. Auf einem gemeinsamen Rundgang entlang der Sitter schlagen sie die Brücke zu ihrem Buchprojekt «Pioniere im Fluss – Auenatlas der Schweiz» und geben Einblicke in ihre gestalterische Praxis zwischen Kartografie und Critical Design.



